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Neue Töne im Morganland

Neue Töne im Morganland

Als im saudi-arabischen Derby zwischen Al-Ahli und Al-Batin in Jidda am 12. Januar das erste Tor erzielt wurde, ertönte erstmals ein ganz neuer Klang im Stadion: der Jubel der Frauen.
Im fußballbesessenen, aber ultrakonservativen islamischen Königreich war es das erste Mal, dass Frauen ein Spiel in einem öffentlichen Stadion besuchen konnten – ein weiterer Schritt der Regierung, die Geschlechterbeschränkungen zu lockern. Saudi-Arabien ist seit langem einer der restriktivsten Orte der Welt für Frauen. Hier diktiert eine Kombination aus Religion, sozialer Gepflogenheit und staatlicher Regulierung, was Frauen tun und lassen dürfen. Doch diese Regeln haben sich unter König Salman, der 2015 zum saudischen Staatsoberhaupt ernannt wurde, geändert und werden von seinem Sohn, Mohammed bin Salman, dem Kronprinzen des Landes, vorangetrieben. So wird den Frauen zukünftig das Autofahren erlaubt und nach 35 Jahren das Kinoverbot aufgehoben. Mit der Modernisierung will Kronprinz Salman die absolutistische Monarchie, in der mehr als die Hälfte der Einwohner jünger als 25 sind, auf die Zeit vorbereiten, in der die Öleinnahmen zurückgehen werden.

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