Brasilien – Vom Verbot zum WM-Gastgeber
Foto: FIFA / CBF

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Brasilien – Vom Verbot zum WM-Gastgeber

Brasilien verbot Frauen 38 Jahre lang das Fußballspielen – 2027 richtet das Land die FIFA Frauen-WM aus.

Die Frauen-WM 2027 in Brasilien wird ein historisches Turnier: Das Land, das seinen Frauen fast vier Jahrzehnte das Fußballspielen untersagte, wird zur Bühne der größten Frauen-Weltmeisterschaft aller Zeiten.

Als FIFA-Präsident Gianni Infantino am 17. Mai 2024 in Bangkok verkündete, dass Brasilien die Frauen-WM 2027 ausrichten wird, war das weit mehr als eine sportpolitische Entscheidung. Es war die Anerkennung eines jahrzehntelangen Kampfes – und die vielleicht symbolträchtigste Vergabe in der Geschichte des Frauenfußballs.

Was kaum ein europäischer Fußballfan weiß: Brasilien, das Land des Fußballs schlechthin, verbot seinen Frauen von 1941 bis 1979 das Spielen. Präsident Getúlio Vargas unterzeichnete am 14. April 1941 das Dekret 3.199, das Frauen die Ausübung von Sportarten untersagte, die als mit ihrer „Natur unvereinbar“ galten. Die Begründung war ebenso absurd wie typisch für die damalige Zeit: Man befürchtete, Fußball könne die Gebärfähigkeit beeinträchtigen und Frauen zur Homosexualität verleiten.

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Anders als in England oder Deutschland, wo ähnliche Verbote von Fußballverbänden ausgesprochen wurden, war Brasiliens Verbot das einzige, das per Gesetz durchgesetzt wurde. Polizisten konnten nach eigenem Ermessen gegen spielende Frauen vorgehen. Die Militärdiktatur verschärfte das Verbot 1965 sogar noch einmal.

Erst 1979, nach massivem Druck feministischer Aktivistinnen wie Rose do Rio, wurde das Dekret aufgehoben. Zu diesem Zeitpunkt hatten die brasilianischen Männer bereits drei WM-Titel in der Tasche – und die Frauen nicht einmal eine nationale Liga. Die ganze Geschichte lesen Sie im aktuellen Frauenfußball Magazin.

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