
Frauenfußball-WM
Die WM hat mit Sambia ihr erstes Skandal-Team
Zwischen Geschlechtertests und Sex-Skandalen liefert Sambia auf dem Platz dennoch ab.
Zwischen Geschlechtertests und Sex-Skandalen liefern Sambias Fußballerinnen auf dem Platz dennoch ab.
Auf dem Papier ist der afrikanische Vertreter Sambia ein unbeschriebenes Blatt. Mit FIFA-Rang 77 ist der Binnenstaat im südlichen Afrika eines der schlechtesten WM-Teilnehmer in Down Under und überhaupt gibt es die Frauenfußball-Nationalmannschaft des Landes erst seit Mitte der Neunziger.
Wer allerdings glaubt, der WM-Neuling kommt als graue Maus daher, der irrt gewaltig. Bereits Wochen bevor die neunte Auflage der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft beginnt, macht Sambia bereits ordentlich von sich reden – positiv auf und negativ neben dem Platz.
Als Sambia in die WM-Vorbereitung ging, hatte man noch die herben Dämpfer gegen Südkorea im April (0:5 und 2:5) in den Knochen – und die Buchmacher setzten keinen Pfifferling auf den afrikanischen Vertreter. Einige Wochen später steht man plötzlich mit einem 3:3 gegen die Schweiz und einem 3:2 gegen Mitfavorit Deutschland da und man weiß plötzlich gar nicht mehr so richtig, wo Sambia denn nun einzuordnen ist?

Um ganz schnell von dieser Frage abzulenken, rücken plötzlich andere Schlagzeilen wieder in den Vordergrund: Ist Top-Stürmerin Babra Banda ein Mann? Oder: Schläft Trainer Bruce Mwape tatsächlich mit seinen Spielerinnen?
Während die „Akte Banda“ aktuell nicht zum ersten Mal diskutiert wird, ist der Sex-Skandal um Mwape neu. Laut der britischen Tageszeitung „The Guardian“ wird aktuell gegen den Cheftrainer der sambischen Frauenfußball-Nationalmannschaft wegen des Verdachts auf sexuelles Fehlverhalten ermittelt.
In dem Bericht wird eine Person zitiert, die allerdings anonym bleiben möchte. Über Trainer Mwape sagt sie: „Wenn er mit jemandem schlafen möchte, muss man ja sagen.“ Und weiter: „Es ist normal, dass er mit unseren Spielerinnen schläft.“

Die anonyme Quelle offenbarte dem Guardian, dass ihnen Strafen angedroht werden, wenn sie es wagen, etwas zu dem Vorfall zu sagen. „Der Verband drückt ein Auge zu, weil die Frauen gute Ergebnisse erzielt haben. Hinter den Kulissen geht es hässlich zu“, heißt es weiter.
Bei all diesen Negativschlagzeilen fällt es schwer, den Blick aufs Wesentliche zu richten – nämlich den Fußball! Denn Sambia hat hier tatsächlich was zu bieten, ist schnell, konterstark – und eiskalt vor dem Tor, wie die DFB-Fußballerinnen zu berichten wissen.

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