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Frauenfußball-WM

4 Erkenntnisse nach dem WM-Aus

Deutschlands Frauen erleben ihr ganz persönliches WM-Debakel. Das sind dir Gründe für Deutschlands überraschendes Ausscheiden.

Deutschlands Frauen erleben ihr ganz persönliches WM-Debakel. Das sind dir Gründe für Deutschlands überraschendes Ausscheiden.

Gerade, als wir alle anfingen, die DFB-Frauen für ihr Spiel zu loben, weil sie die Männer so allmählich in den Schatten zu stellten, stürzen auch die hoch ambitionierten Fußballerinnen in ein tiefes Loch, in das sie sich selbst hineinmanövriert haben. Das sind unsere fünf Erkenntnisse nach dem überraschenden WM-Aus der Deutschen.

1. DFB-Spielerinnen psychisch angeschlagen

Deutschland fehlte der Mut, den die Gegnerinnen regelmäßig zeigten. Wo kommt diese plötzliche Lethargie her? Das DFB-Team hat sich mit dem Virus der Männer angesteckt und scheint zeitweise ideenlos und gar ratlos zu sein. Von den letzten sechs Spielen war nur das 6:0 gegen Marokko überzeugend. Gegen Vietnam, Sambia, Kolumbien und Südkorea zeigte Deutschland Unsicherheiten, Ideenlosigkeiten und viele Fehler. Es schleicht sich eine Krise ein, die vorwiegend im Kopf stattfindet und sich auf das Spiel auswirkte. Nun gilt es Antworten darauf zu finden, warum Brand, Bühl und Co. derart unsicher und blockiert auftraten.

2. Es gibt keine „Kleinen“ mehr

Wir kennen diesen Spruch ja schon seit Jahren beim Männerfußball. Und dank der Entwicklung des Frauenfußballs in allen Winkeln der Welt trifft diese These mehr und mehr auch bei den Kickerinnen zu. Diese WM unterstreicht das bislang eindrucksvoll und vor allem die deutsche Mannschaft kann das nun bestätigen. Während Kolumbien mit Härte und Kampf zum Spiel fand, waren Mut und technische Beschlagenheit die Antreiber bei den Südkoreanerinnen. Sicherlich hat sich die deutsche Mannschaft durch Unsicherheiten in beiden Spielen auch selbst in die Bredouille gebracht. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass auch die sogenannten „Kleinen“ immer besser ins Spiel finden und für Überraschungen sorgen können, die vor zwanzig Jahren noch undenkbar gewesen wären.

3. DFB-Abwehr wird zur Problemzone

Was waren wir noch stolz darauf, dass Martina Voss-Tecklenburg die schmerzhaften Ausfälle in der Defensive kompensieren konnte. Doch die beiden Spiele gegen Kolumbien und Südkorea haben schließlich das Gegenteil bewiesen. Chantal Hagel und Svenja Huth konnten schlussendlich ihre Defensiv-Aufgaben nicht zufriedenstellend erledigen und lassen Giulia Gwinn und Carolin Simon vermissen. Während Hagel oft unsicher agierte, offenbarte zu oft Huth, dass sie in die Offensive gehört.

4. Offensiv alternativlos

Stichwort Offensive: Es ist erschreckend, wie abhängig die DFB-Frauen von Alex Popp sind. Denn ohne die Wölfin hat Deutschland in der Offensive fast nicht stattgefunden. Magull, Bühl oder Brand liefen sich ständig fest und ließen Chancen liegen, und Schüller rackerte zwar unermüdlich, produzierte aber ebenfalls nie wirklich Gefahr im Strafraum. Schlussendlich ist das bei einer WM zu wenig. Es reicht eben nicht, sich auf sein eigenes Spiel zu verlassen, man braucht auch einen Plan B, falls es mal nicht so läuft. Diesen gab es nicht wirklich. Und dabei wäre der erste dicke Brocken erst im Achtelfinale gekommen.

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